Vorab: Ich schätze den zitierten Meteorologen Pistotnik als einer der kompetentesten Meteorologen von Österreich ein und bin daher überzeugt, dass seine Erläuterungen hier zum Teil in einem irreführenden Kontext eingeflochten wurden. Die Botschaft vom ORF verfolgt derzeit ein klares Ziel: Es gibt kein normales Wetter mehr, sondern nur noch Unwetter und heftige Unwetter. Und die Ursache ist immer der Klimawandel. Aber ganz so ein einfach ist es nicht, denn Wetter ist ungleich Klima, das gilt selbst in Zeiten der Klimaerwärmung. Niederschlag ist per se der Parameter mit der höchsten Variabilität und am schwierigsten flächendeckend zu messen mit einer Vielzahl von Einschränkungen. Starkniederschlag, der von konvektiven Wolken (Schauer, Gewitter) verursacht wird, macht eine statistische Aussage noch schwieriger. Für die Gewitterentstehung ist die relative Luftfeuchte nur eine Zutat, es braucht zusätzlich eine instabile Atmosphäre sowie Hebungsantrieb, damit konvektive Wolken soweit aufsteigen können, dass sie die Eisphase erreichen.
In dem ORF-Artikel über die zunehmenden Unwetter durch den Klimawandel gerät leider einiges durcheinander, was ich im Folgenden klarstellen möchte:
