Extrem eng begrenzter Regenschauer auf wenige hundert Meter Breite am Flughafen Wien, 24. Juli 2024
Der gestrige Tag brachte im Osten von Österreich typisches Rückseitenwetter in der „Kaltluft“ – bei sommerlichen 25-27°C. Ein Regenschauer nach dem anderen zog vom Waldviertel über das Mostviertel bis ins östliche Flachland hinweg. Manchmal auch kurze Gewitter. Es bildeten sich regelrechte Schauerstraßen, wie an einer Perlenkette aufgereiht. Gebietskenner nennen dieses Wetterphänomen „Waldviertelexpress“.
Regenfuß über Wien am 3. Juni 2024 mit intensivem Starkregen einer langsam ziehenden Gewitterzelle
In diesem ORF-Artikel wurde einiges durcheinandergeworfen, was kausale Zusammenhänge, wissenschaftliche Fakten und Wunschdenken betrifft.
Die Unwetter-Schäden und Überschwemmungen in der Steiermark sind vorwiegend auf sogenannte Superzellen zurückzuführen, die stundenlang an derselben Stelle abregnen. Diese Superzellen treten immer häufiger auf und sind eine besondere Herausforderung auch für die steirischen Hagelflieger, schildert der Obmann der steirischen Hagelabwehr-Genossenschaft, Josef Mündler: „Es bilden sich momentan innerhalb von kurzer Zeit Gewittertürme, bis zu 17.000 Meter hoch. Die haben keine Zugrichtung, die bleiben stationär stehen.“
Im Durchschnitt werden Gewitterwolken in unseren Breiten 11-12km hoch, bei großen Gewittersystemen (clusterförming, linienförmig) oder besonders heftigen Einzelzellen (Superzellen) wurden auch schon 14km beobachtet.
Gewitterwolken werden in in unseren Breiten maximal 15km hoch. Im Schnitt sind sie rund 10-12km hoch, wobei 12km bereits für heftige Gewitterzellen spricht. Der Rekord hat ein tropisches System auf dem Pazifik am 29. Dezember 2018 mit 20,5km Höhe (das entspricht Flight Level 670) aufgestellt (Proud and Bachmeier 2021). Als am 23. August 2010 in Vivian, South Dakota, ein Superzellengewitter mit 20cm Hagelkorndurchmesser einen neuen Weltrekord aufstellte, betrug die maximale Höhe der Gewitterwolke 17km! Also sorry, Gewitter Tops von FL560 habe ich in Österreich noch nicht beobachtet, geschweige denn über FL500.
Ein markantes Bodentief über Benelux und im Warmsektor verbreitet schwere Gewitter. Eine langgestreckte Linie mit Orkanböen erstreckte sich von Slowenien bis Polen. Ein zweite Gewitterzone folgte nach einer Pause von den Westalpen bis Mittelfranken nach. Die kühlere Luft ist durch deutlich niedrigere Bewöllung über Westdeutschland und Zentralfrankreich gekennzeichnet (dunkelgelb), Quelle: HD Satellitenbild, Kachelmannwetter.com
Am Freitag, 12. Juli 2024, stürzte in 61jähriger Ungar vor den Augen seines Sohnes vom stark frequentierten Intersport-Klettersteig am Donnerkogel (Gosau am Dachstein) in den Tod. Der Blitz hatte in den Klettersteig eingeschlagen, der Vater hatte sich kurz davor ausgehängt. Bei diesem Unglück sind wieder zahlreiche Fehler in der Planung passiert, wodurch man das tragische Ereignis hätte vermeiden können.