Archiv für den Monat Januar 2026

Der Zyklon im Mittelmeer, der keiner war

Gesamt-Niederschlagsmengen vom 18-21. Jänner 2026 (Quelle: facebook.com)

Zahlreiche Medien bezeichnen den schweren Wintersturm im Mittelmeer irreführend als Zyklon. Dazu werden weitere Vergleiche mit tropischen Wirbelstürmen gezogen:

„Bilder, die wir sonst aus der Karibik kennen, gibt es erstmals vom italienischen Mittelmeer“ (TAZ, 25.1.26)

„Mit Merkmalen eines Zyklons bzw. Medicanes wütete Wintersturm Harry in weiten Teilen Süditaliens und hat insbesondere entlang der Ostküste Siziliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen“ (vulkan.net, 21.1.26)

Dazu folgende Anmerkungen:

  • Eine sogenannte Zyklone ist ein normales Tiefdruckgebiet der gemäßigten Breiten.
  • Ein Zyklon ist ein tropischer Wirbelsturm im Indischen Ozean.
  • Ein Medicane (Mediterranean Hurricane) ist ein Tropischer Wirbelsturm im Mittelmeer (mehr Infos).
  • Schäden wie auf Sizilien gab es schon bei früheren Winterstürmen im Mittelmeer und nicht erstmals.

Der Begriff Zyklon ist hier vermutlich ein Übersetzungsfehler, nachdem in Italien von einer Ciclone gesprochen wird. Ein echtes Beispiel für einen Medicane über Sizilien wäre etwa der 8. November 2014 (siehe Radarbild) oder der 10. Februar 2023 (siehe Satellitenbild).

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Markantes Glatteis-Ereignis am Alpenostrand

Flughafen Wien am Dienstagmorgen: Wegen massiver Eisglätte geschlossen

Das habe ich in dem Ausmaß in über sechs Jahren am Wiener Flughafen noch nicht erlebt. In der Nacht von Montag, 12. Jänner auf Dienstag, 13. Jänner 2026 regnete es mehrere Stunden leicht bis mäßig, teilweise mit Raten bis 4,5mm/h auf den Pistenschwellen, bei Minusgraden auf gefrorene Böden. Der Winterdienst kam mit dem Räumen nicht mehr nach und so musste der Flugbetrieb noch in der Nacht völlig eingestellt werden (Meldung Austrian Wings). Erst um 11 Uhr wurde die 16/34 Piste freigegeben, doch damit war man weit entfernt von einer Normalisierung. Die Flugzeuge mussten erst aufwendig enteist werden.

Die Situation war aus einem anderen Grund lebensgefährlich am Flughafen: Von den hohen Gebäuden, inklusive Flugsicherungstower, lösten sich mit einsetzendem Tauwetter immer wieder größere Eisplatten und Eisbrocken, die Passanten auf den Gehwegen und vorbeifahrende Autos gefährdeten.

Wer nun hinterher behauptet, da hätte man so nicht kommen sehen, wird eines besseren belehrt: Das Ereignis zeichnete sich schon seit mindestens drei bis vier Tagen ab. Insbesondere Lokalmodelle rechneten korrekterweise anhaltenden Frost im östlichen Flachland und damit ideale Bedingungen für gefrierenden Regen.

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