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Mutmaßliche Shapiro-Keyser-Zyklone verursachte schweren Wintersturm über Portugal und Spanien (28.01.26)

Sturmtief über Portugal am Mittwoch, 28.1.2026, 05:50 Uhr MEZ (Quelle: kachelmannwetter.com)

Ein schwerer Wintersturm traf am Mittwoch, 28. Jänner 2026, auf die Küste Portugals und querte unter Abschwächung das spanische Festland. Dabei gab es mehrere Tote und zum Teil erhebliche Schäden (Quelle). Die stärkste Böe wurde mit 178 km/h auf einer Luftwaffenbasis in Monte Real (rund 120km nördlich von Lissabon am Festland) angegeben. Lissabon hatte 109 km/h Spitzen um 5 Uhr, Cabo Carvoeiro (32m) an der Küste 148 km/h. Im Inland gab es um 08 Uhr eine Spitze von 137km/h in Castelo Branco (387m) und 150 km/h im spanischen Brozas (425m).

Das Satellitenbild zeigt das Sturmtief mit umgebogener Okklusion auf der kalten Seite des Subtropenjets (helle Cirrusfasern westlich und südlich von Lissabon). Der ausgefaserte Cirrusschirm der Okklusionsfront (etwa zwischen Bilbao und Saragossa) zeigt die Bildung eines zweiten Jetstreams (Polarfrontjet) an. Spontan würde diese Double-Jet Configuration für eine Shapiro-Keyser-Zyklone sprechen. Auch die markant sinkenden Wolkenobergrenzen (Tops) an der Spitze der Okklusion, nahe Monte Real, die für starkes isentropes Absinken (Dry Intrusion) sprechen und damit für einen vorhandenen Sting Jet. Üblicherweise entstehen Shapiro-Keyser-Zyklonen aber auf der warmen Seite des Jets mit einringelnder Warmfront ohne echten Okklusionsprozess. So wirkt der gesamte Wolkenschirm des Sturmtiefs von den Obergrenzen her deutlich niedriger als die Jetfasern des Subtropenjets, und zugleich konvektiv durchsetzt. Das spräche eher für eine klassische „cold conveyor belt“ – Zyklogenese.

Ein Standbild alleine reicht also nicht aus, um zu bestimmen, ob wir es hier mit einer Norwegerzyklone oder einer Shapiro-Keyser-Zyklone zu tun haben. Ich lege mich also nicht fest, sondern verweise auf die nachfolgende Analyse:

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