Archiv der Kategorie: Allgemein

Tief Renate: Shapiro-Keyser-Zyklone wie im Lehrbuch

Abb.1: Sturmtief RENATE am Donnerstag, 21.11.24, 12 UTC, über Frankreich (Quelle: kachelmannwetter.com)

Das erste Schneetief für Mitteleuropa in diesem Winter Herbst hatte gleich ordentlich Wind und Neuschnee im Gepäck. Tief RENATE zeigte die charakteristischen Merkmale einer klassischen Shapiro-Keyser-Zyklone im Radar- und Satellitenbild. Bis 13 Uhr Lokalzeit gab es an der französischen Atlantikküste verbreitet Spitzenböen von 100 bis 140 km/h, an einzelnen exponierten Orten bis 161 km/h. Um 15 Uhr registrierte Nantes 120 km/h und Pte de Chemoulin (14m) 163 km/h. Auf den prädestinierten Föhnbergen der Zentralalpen wurden 150-180 km/h gemeldet. In Paris bildete sich eine dünne Schneedecke durch den Dauerniederschlag an der umgebogenen Okklusionsfront.

Sowohl die Genese als auch die beobachteten Phänomene entsprechen der einer Shapiro-Keyser-Zyklone.

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Major flood in eastern Spain (29th October 2024)

IR Satellite Imagery with Cloud Tops, 29. Oktober 2024, 16 UTC – Above Anvil Cirrus Plume indicates an extremely strong storm (Source: EUMETSAT/ESTOFEX)

The number of major floodings in Europe is markedly increasing in the recent years. Each time, there is a broad discussion about natural causes, the influence of human factors like infrastructure and river regulation as well as attribution of climate change. One thing is clear: Humankind is changing the landscape for centuries, the number of people occupying former flooding areas is constantly increasing. Irrespective of the degree of flooding, more people will be affected from flooding in general at some time. It’s not possible to take out humans from the equation like anthropogenic warming deniers do it regularly. There is also a natural variance of flooding events with recurring major disasters in the past, sometimes prompting to make modifications for river regulation. Apart from the situation on the ground, it is impossible to deny the increasing amounts of rain with rising intensity where climate changes steps in.

I decided to write this analysis in English as I’d like to cover quite some meteorological aspects of this event, where I need a lot of scientific terms. Moreover I want to make this analysis available for foreign readers, too.

The latest analysis is from ESSL:

Tomas Pucik: Meteorological analysis of extreme flash flood situation in the Valencia region (05.11.24)

Alois Holzer: Historical deadly flash floods in Spain (31.10.24)

Very similar conclusions. Interesting note: The moist boundary layer prevented the generation of strong cold pools and outflow boundary which new cell initation elsewhere. Another conducive factor for persistent backbuilding storms.

Who is to blame for Valencia flooding deaths? A weather warning expert on how the disaster unfolded (Euro News, 07.11.24)

„“Just providing numbers of rainfall totals (e.g. 400mm in 12 hours) without describing relevant impacts and possible measures to protect life and property is of little use unless one has some background in meteorology.”

Lars Lowinski, chartered meteorologist

Same problem in Lower Austria with the devastating flood in Mid September 2024.

Disinformation narratives blaming imaginary “dam and reservoir demolitions” of the consequences of the floods in Valencia (04.11.24)

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War Ex-Hurrikan Kirk ein Sturm im Wasserglas?

NOAA-Prognose vom 07.10.24 für Ex-Hurrikan Kirk

Der Hurrikan KIRK hat für Verwirrung gestiftet. Manche Medien schrieben schon herbei, dass der Hurrikan auf Europa treffen würde. Die NHC-Prognose der NOAA deutete für manche X-User an, dass der Hurrikan bis Frankreich ziehen würde. Tatsächlich bedeutet der weiße Kreis um das S, dass es sich bereits um den nicht mehr tropischen Nachfolger des Hurrikans handeln würde, also keine ausreichenden tropischen Eigenschaften aufweist, um ihn als Tropensturm zu klassifizieren.

Ein Tweet der reichweitenstarken US-Klimatologin Rebekah Jones ließ ebenfalls aufhorchen. Dort behauptete sie, dass die Zahl der außertropischen Systeme, die tropische Windgeschwindigkeiten und Hurrikan-Eigenschaften bis Frankreich und Deutschland hinweg aufweisen, seit 1851 bei Null liegen würde. Am Donnerstag (10.10.) sei dies der erste derartige Sturm.

Ich tat mir mit dieser Aussage schwer, denn die Modelle rechneten bereits vor dem Landfall eine klare Umwandlung in ein außertropisches Sturmtief, speziell als Shapiro-Keyser-Zyklone, wie es sie regelmäßig in Europa gibt. Zudem wurde die Intensität von KIRK deutlich zurückgestuft.

Die Entwicklung des Ex-Hurrikans hat gezeigt, dass schwere Sturm- und Orkanböen regional begrenzt auftraten. Weder von der Konvektion noch vom Wind her war Ex-KIRK in meinen Augen tropisch, allenfalls der intensive Regen, der im nördlich-zentralen Frankreich für schwere Überschwemmungen gesorgt hat.

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Dieses Jahr ist alles anders

Braunschweiger Hütte am 4. September 2022 und 2024 (Foto-Webcam) – bereits in zwei Jahren ein dramatischer Gletscherrückgang

Das Jahr 2024 bricht alle Rekorde und veranlasst mich selbst darüber nachzudenken, ob ich im Osten von Österreich dauerhaft sesshaft werden will und kann – ohne massive Einbußen der Lebensqualität hinnehmen zu müssen. Dann lese ich zufällig die Antwort eines mutmaßlichen FPÖ-Wählers, der die vielen Tropennächte die letzten Tage in Wien anzweifelt, weil nach Mitte August würde es keine mehr geben, also müssten die Messwerte manipuliert worden sein.

Unterdessen spaltete sich die Verschwörungserzählerin Madeleine Petrovic von den Grünen ab und sagt auf Puls24:

„Natürlich muss man was fürs Klima tun. Ob CO2 wirklich der Hauptschadstoff ist, muss man wissenschaftlich klären.“

Unglaublich so eine Aussage – dass eine ehemalige grüne Spitzenpolitikerin die menschengemachten Klimaerwärmung anzweifelt. Der Beweis des Zusammenhangs zwischen CO2 und Erwärmung wurde schon vor vielen Jahrzehnten erbracht.

Es ist so absurd, wie sehr die dramatischen Folgen – weltweit – ignoriert werden und bei den kommenden Nationalratswahlen in Österreich offenbar überhaupt keine Rolle spielen. Die folgende Aufzählung kommt etwas ungeordnet daher, aber man sollte sie trotzdem einmal sickern lassen und in sich gehen.

Ein ausführlicher Rückblick zum meteorologischen Sommer 2024 auf wetterblog.at.

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Regenrekord in Wien mit Ansage

Zwei Starkregenzellen am Samstag, 17. August 2024 über Wien, die etwas schwächere über dem Südwesten und die Döblinger Zelle im Nordwesten (15.22 Uhr MESZ)

Der 17. August 2024 geht in die Wiener Messgeschichte ein und stellt gleich mehrere Niederschlagsrekorde auf: Österreichweit gab es noch nie 94mm in einer Stunde. Für Wien war es außerdem ein neuer Augustrekord, der alte wurde 1959 mit 76mm aufgestellt. Es war gleichzeitig ein neuer Tagesrekord für den Sommer mit 114mm, der alte lag bei 110mm am 20. Juni 1886. Unerreicht blieb lediglich der Allzeit-Tagesrekord vom 15. Mai 1885 mit 139mm.

Von den 94mm fielen 15mm in nur 5 Minuten, 24mm und dann 27mm in 10min, mehr zu den einzelnen Regenraten-Rekorden in der UWZ.

Wien weist diesen Sommer die wenigsten Regentage seit dem Jahr 1904 auf, aber wird aufgrund eines einzigen Gewitters am Ende zu nass bilanzieren – ein Gruß der Klimaerwärmung. Vom 1. Juni bis 16. August fielen nur 119mm.

Bereits am Vortag gab es mit über 88mm (gemessen, in Radarsummen um 120mm) am Arlberg, wo es die halbe Pass-Straße wegriss, und 80mm in Hollabrunn, das tagelang zum Katastrophengebiet erklärt wurde. Am gleichen Tag gab es auch Überflutungen in Gloggnitz, wo 94mm fielen und in Trattenbach am Wechsel 117mm in nur 3 Stunden.

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