
Vom Schadensausmaß erinnert der starke Tornado am 24. August 2026 an den F4-Tornado in Wiener Neustadt im Jahr 1916. Damals wurden 34 Menschen getötet und über 300 verletzt. Zahlreiche Videos zeigen, wie ein klassischer Wolkenrüssel sich zum Boden absenkt und dabei viel Staub und später Trümmer aufwirbelt (z.B. auf gmx.at). Wichtige Erinnerung an dieser Stelle: Die Trichterwolke muss nicht bis zum Boden auskondensiert sein, um definitionsgemäß von einem Tornado zu sprechen. 50 Menschen wurden in Pomas verletzt, 500 Häuser beschädigt. Laut Augenzeugen begann der Tornado gegen 16.57 Uhr Lokalzeit durch den Ort zu fegen (Le Monde), fünf Minuten später sei bereits alles vorbei gewesen. Von der Schadensintensität wird der Tornado auf EF3 (F3 nach der alten Fujita-Skala) eingestuft, also rund 250 km/h.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass derart starke Tornados schon immer in Europa, speziell in dieser Region von Frankreich, aufgetreten sind. Vor genau 200 Jahren gab es einen F3-Tornado in Lastour, nördlich von Carcassonne (Quelle: keraunos.org). Die geographische Lage mit Nähe zum westlichen Mittelmeer (Golf von Lyon) und die Kanalisierung der Winde zwischen den Pyrenäen und den südlichen Ausläufern des Zentralmassivs fördern Wetterlagen, bei denen energiereiche Luft vom Mittelmeer landeinwärts strömt, und gleichzeitig starke vertikale Windscherungen herrschen.
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