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Der unerwartete Föhnsturm: Verhinderbares Unglück

Der vergangene Samstag, 03. Oktober 2020, ging in die Geschichtsbücher ein. An mehreren Bergstationen wurden neue Oktober-Windrekorde aufgestellt, in den Niederungen von Österreich war es noch nie so warm, weder tags noch in der Vornacht. Im Piemont ergossen sich enorme Regenmengen, die zu apokalyptischen Verhältnissen in vielen Tälern mit mehreren Todesopfern führten. Über 100 Häuser haben die Wassermassen zerstört. Auch in den Seealpen gab es Regenmengen von fast 600 l/qm in nur 12 Stunden, das entspricht dem Jahresdurchschnitt von Wien. Trotz der katastrophalen Auswirkungen war das Regen- und Sturmereignis sehr gut vorhergesagt. Schon eine knappe Woche im Voraus hat sich ein außergewöhnliches Sturmereignis abgezeichnet. In Höhen um 1500m wurde am Alpenostrand beständig ein Mittelwind um 60kt (ca. 110 km/h) gerechnet. In Göstling an der Ybbs in Niederösterreich gab es dennoch ein tragisches Unglück, als ein vierjähriges Kind im Mendlingtal von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. Kam der Wind überraschend? Das möchte ich nachfolgend beleuchten.

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Föhnorkan VAIA am 29./30. Oktober 2018

schaeden

Festung Hohensalzburg am 31.Oktober 2018, mit Planen abgedeckte Dächer an der Südseite des Festungsberges.

Der Föhnsturm am Morgen des 30. Oktober 2018 , fast genau ein Jahr nach Orkan HERWART (ich habe darüber gebloggt) war ein denkwürdiges Ereignis, das nach einer Nachbetrachtung verlangt. Die Vorgeschichte war geprägt von intensivem Südstau mit enormen Regenmengen an der Alpensüdseite.
Regenmengen innerhalb 72 Stunden:

    • Casera Pradut, 1431m (südliche Karnische Alpen): 850 l/m²
    • Plöckenpass (Kärnten): 627 l/m²
    • Camedo (Tessin): 529 l/m²
    • Kötschach-Mauthen (Kärnten): 442 l/m²
    • Bignasco (Tessin): 434 l/m²
    • Intragna (Tessin): 418 l/m²
    • Kornat (Kärnten): 415 l/m²
    • Rotwandwiesen in Sexten (Südtirol): 370 l/m²
    • Dellach (Kärnten: 348 l/m²
    • Locarno (Tessin): 279 l/m²

An der Gader (Südtirol) wurde ein 100-jährliches Hochwasser erreicht, an der Möll (Flattach) nur knapp verfehlt, an Gail und Drau war es HQ30.

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