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US-Ostküstensturm: Bombastisch

Bei diesem Sturm handelt es sich für Meteorologen um das Wetterphänomen einer „Bombogenese“. Das beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe oder eines „Bombenzyklons„.

http://orf.at/m/stories/2428672/2428671/

Mit Entladung hat das nichts zu tun, sondern schlicht mit dem explosiven Druckfall, der per Definition mindestens 24 Hektopascal innerhalb 24 Stunden betragen muss. Weniger sensationsgeil sagt man hierzulande rapide Zyklogenese (rapid cyclogenesis) dazu, von zyklos = sich drehen und genesis = Entstehung. Weiterlesen →

Polar Vortex und die Kältewelle in den USA

Hoffen auf Tauwetter

Der „Polar Vortex“ (Polarwirbel), der sonst über dem Nordpol strömt, war im Zuge eines unüblichen Klimaphänomens in Richtung Süden gekippt und damit nach Nordamerika abgelenkt worden. Nur langsam schiebt sich der Polarwirbel über den Kontinent hinweg, aber in den kommenden Tagen soll es wieder wärmer werden. Die zweite Hälfte der Woche soll in den meisten Teilen des Landes Tauwetter bringen. […]

Quelle: http://orf.at/stories/2213122/2213123

So titulierte heute der ORF und führte anschließend aus, was ihrer Meinung nach für die Kältewelle verantwortlich war.

1. Ein Wirbel strömt nicht. Ein Fluss strömt, ein Wirbel verlagert sich unter ständiger Veränderung seiner Form. Der Meteorologe sagt „propagieren“ (engl.: propagating) dazu.

2. Ein Klimaphänomen beschreibt einen langfristigen Prozess, über mehrere Jahrzehnte oder – im Fall von El Nino oder La Nina über wenige Jahre. Die Kältewelle in den USA hingegen begann am Sonntag, 5.1., und ist am Freitag, 10.1., bereits wieder vorbei.

3. Zur Unüblichkeit gibt es von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration)

eine lehrreiche und unmissverständliche Graphik:

Image

Hier ist unmissverständlich erklärt, dass es kein unübliches Klimaphänomen ist, sondern gerade in Nordamerika mehrfach im Jahr vorkommt. Es geschah bereits Tage davor und wird auch in weiterer Folge passieren. Ungewöhnlich ist einzig die Ausdehnung und Intensität des Wirbels, was flächig Kaltluftzufuhr zur Folge hatte.

Weiter im Programm:

In Hawaii, wo die Jänner-Tiefstwerte bei durchschnittlich 18,7 Grad Celsius liegen, wurden Minusgrade gemessen, auf dem Berg Mouna Kea sogar minus acht Grad Celsius.

Der Mouna Kea ist ein 4200 m hoher Berg, das kann man kaum mit der Temperatur auf Meereshöhe vergleichen.