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Unwettergefahr ist nicht ausschließlich temperaturabhängig

Höchstwerte am 27. März 2006 im Norddeutschen Tiefland, Quelle: kachelmannwetter.com

„Unwetter sind uns im Mai aufgrund der niedrigen Temperaturen erspart geblieben. Ab kommender Woche ist wieder mehr Energie in der Luft aufgrund der warmen Luft, die zu uns kommt“

Quelle: OÖ ORF at (28.05.25, abgerufen am 29.05.25, 08.00 Uhr MESZ)

Auch im Jahre Schnee hält sich die Mär, dass es für Unwetter heiße Luftmassen braucht. Der 27. März 2006 zeigte das Gegenteil: Bei mehrheitlichen Höchstwerten unter 20 Grad gab es eine veritable Tornadoserie in Norddeutschland – mit mindestens 8 Tornados, zwei Toten in Hamburg sowie weitere Verdachtsfälle. Beispiele wie dieses gibt es immer wieder: eine mäßig warme Luftmasse, aber gut geschert – und dadurch erhöhtes Schwergewitterpotential.

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Zyklon im Mittelmeer?

Sizilien wird derzeit vom Zyklon „Ines“, der schwere Überschwemmungen verursacht und für chaotische Zustände sorgt, heimgesucht. Seit gestern regnet es in ganz Sizilien.

Schwere Unwetter belasten Sizilien, abgerufen am 16.05.25, 20.43 MESZ

Zahlreiche Medien haben eine Nachrichtenagenturmeldung ungeprüft übernommen, auch der ORF (Zitat oben). Per definitionem handelt es sich bei einem Zyklon um einen tropischen Wirbelsturm im Indischen Ozean und im Südpazifik. Im Atlantik und Ostpazifik Hurrikan genannt. Im Mittelmeer auftretende tropische Zyklone nennt man Medicane. Doch liegt hier ein Medicane vor?

In der Kronenzeitung ist zu lesen:

Der Wirbelsturm kommt von Nordafrika, insbesondere vom algerischen Hinterland. Das Tiefdruckgebiet wird sich in den nächsten Stunden allmählich in Richtung Norden bewegen und eine regelrechte Unwetterwelle auslösen, die die südlichen Regionen Italiens mit größerer Intensität treffen wird, warnen Meteorologen.

krone at, abgerufen am 16.05.25, 20.49 MESZ

Was ist an dieser Meldung dran? Nichts, wie ein paar Beobachtungskarten zeigen:

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Fallstudie: Gewaltiges Donnergrollen am Samstagabend in Wien

Gewitter über Wien am 03. Mai 2025, 19.30 MESZ (c) Thomas Kumpfmüller, ACG

Dieser Tag bot allgemein eine spannende Gewitterlage und gleichzeitig den ersten 30er im Nordosten von Österreich in diesem Jahr (30,3°C in Poysdorf und Wien-City). Am Nachmittag zog eine erste Gewitterstaffel aus den Alpen heraus nordostwärts und querte Teile von Wien mit kräftigen Regengüssen und auflebendem Wind. Nach vorübergehender Beruhigung zog vor Sonnenuntergang vom Mostviertel her eine Gewitterlinie heran, die über bzw. östlich von Wien ihre maximale Intensität erreichte.

Während in den nördlichen Stadtteilen die Sonne schien und höchstens leichter Regen fiel, sorgten einige grelle Wolke-Erde-Blitze für sekundenlanges, lautes, sehr basslastiges Donnergrollen, bei denen sogar meine Gläser im Schrank klirrten. Die Auswertung der Blitzdaten – es handelt sich bei so lauten Blitzschlägen meist und hier durchwegs um positiv geladene Blitzentladungen – ergab über 10 Blitze mit einer Stromstärke von über 100kA. Der stärkste Blitz schlug um 19.31 Uhr nordöstlich von Groß-Enzersdorf ins Marchfeld ein – mit 466kA! Zum Vergleich: Gewöhnliche Blitzentladungen (meist negative Blitze) haben Stromstärken um 2-10kA.

Die Ursache dieser außergewöhnlich heftigen Blitzentladungen lag in der Struktur und Organisation der abendlichen Gewitterzellen – es handelte sich um sogenannte „elevated convection“ – also von der konvektiven Grenzschicht entkoppelte Aufwindbereiche, die durch dynamischen Hebungsantrieb entstanden sind.

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Wiener Becken: Leewelle, dann Frontdurchgang.

Ausgeprägte Wolkenkante im Süden des Wiener Beckens Richtung Semmering und Wechsel, mit Altostratus mammatus (Bildmitte) und tiefen Rotorwolken (Cumuli), 15. April 2025 (15 Uhr MESZ)

Eine Serie denkwürdiger Sommertage hat begonnen. Am Dienstag, 15. April entwickelte sich zudem eine ausgeprägte hochreichende Gebirgswelle über dem östlichen Flachland mit kompakter mittelhoher Bewölkung, aus der es teilweise mäßig regnete. Dazu wehte starker Südwind. In dieser Kombination hab ich das in Zusammenhang mit einer Föhnlage persönlich noch nicht in Wien erlebt. Meist sorgt die Leewellenbewölkung nur für Fallstreifen, aber ohne nennenswerten Niederschlag am Boden.

Eine genauere Analyse der Wetterlage zeigt jedoch, dass es zwei Niederschlagsphasen gab: Die mit der Leewelle und schwächeren Niederschlag (meist As virgae) und später den Durchgang der Okklusion von Südwesten und messbaren Niederschlag aus konvektiv geprägter Bewölkung.

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Massenentlassungen bei der Klimabehörde NOAA und dem Nationalen Wetterdienst der USA: Eine Katastrophe für die Welt

Wie bereits vor Wochen angekündigt, wurden jetzt hunderte Meteorologen und Klimawissenschaftler bei der Klimabehörde NOAA gekündigt, darunter auch beim Staatlichen Wetterdienst NWS. Die Massenentlassungen sind nicht nur grausam und zerstören viele Karrieren und Träume, sondern werden auch schwerwiegende Auswirkungen auf Wettervorhersage, Warnungen, Klimaforschung und die Verfügbarkeit frei zugänglicher Wetter- und Klimadaten für die ganze Welt haben.

So steht im Project 2025, dem Faschismus-Programm des Trump/Musk-Regimes auf Seite 674: NOAA-Daten könnten zum 0815-Produkt werden und von der Öffentlichkeit getilgt werden, wenn es nicht den Vorgaben des Trump Regimes entspricht. Von Steuerzahlern finanzierte Daten werden unterdrückt, oder man erzwingt ihren Kauf, was seit Jahrzehnten für freien Internetzugang entwickelt wurde.

Bereits unter Trump I sollte die NOAA privatisiert werden, Trump wollte sie an einen Oligarchen der privaten Wetterdienste (Accuweather) verkaufen (CNN, 2017)

Medienberichte:

US-Regierung entlässt Hunderte Meteorologen der Wetterbehörde Noaa („Die Zeit“, 28.02.25)

NOAA fires about 800 employees, with more possible Friday (CNN, 27.02.25)

‘Cruel and thoughtless’: Trump fires hundreds at US climate agency Noaa (The Guardian, 27.02.25)

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