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Warum braucht Österreich drei Wetterdienste?

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Schauerwolke im Landeanflug auf Frankfurt-Main

Im KURIER vom 06. März 2019 wurde eine Minireform bei den Wetterdiensten angekündigt.  Die Geologische Bundesanstalt (GBA) und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) werden 2020 zusammengelegt zur „Bundesagentur für Meteorologie und Geologie“. Davon unberührt bleiben der Flugwetterdienst der Austro Control und der militärische Wetterdienst des Bundesheeres.

Der Autor des Zeitungsartikels formuliert zugespitzt:
Österreich hat zwar weiterhin bloß ein Wetter, aber auch 2020 noch drei Wetterdienste.
Falsch! Österreich hat mehrere Wetter, deswegen gibt es auch mehrere Wetterdienste: Wetter für die Allgemeinheit unterscheidet sich fundamental vom Wetter für den Flugverkehr und etwa dem Wetter für das staatliche Radio und Fernsehen (ORF).

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Sensationsjäger beim ZDF

Eine mehr als peinliche Dokumentation hat der ZDF mit „Wetterjäger in Deutschland“ abgeliefert.

Gewitter, Orkane, Starkhagel (00:27)

Starkhagel gibt es nicht. Hagel(schlag) kann dicht sein (kleine Hagelkörner, aber massenweise) oder groß (vom Durchmesser).

Sogar Tornados sind in unseren Breiten keine Seltenheit mehr. (00:36)

Tornados hat es schon immer in Mitteleuropa gegeben.

„Doch wo und wann genau wird das Unwetter zuschlagen?“ (01:23)

Reißerischer geht es nicht mehr. Bei keiner noch so schweren Unwetterlage rennen die Meteorologen mit angsterfülltem Blick wie aufgescheuchte Hühner durch das Büro. Das wäre auch ziemlich unprofessionell, nicht?

„Aber des sieht wirklich harmlos aus auf de Wetterkarten“ (02:15)

radarbild

Auf dem Bildschirm ist ein aktuelles (!) Radarbild (!) zu sehen und keine Vorhersage (02:08), die eingekreisten Bereiche zeigen an, wo sich bereits überall Schauer und Gewitter entwickelt haben. Im Bereich der Schwäbischen Alb sieht man eine kräftigere Gewitterzelle.

Daraus abzuleiten, es sehe harmlos aus und wie sich die Entwicklung überhaupt weiter gestaltet, ist schon sehr gewagt.

Eine Größe von 5 cm ist mittlerweile auch in Deutschland keine Seltenheit mehr (4:01)

Der nächste Unsinn. Beim Hagelunwetter in München am 12.Juli 1984 gab es sogar 10-14 cm große Geschosse. 5 cm werden bei fast jeder größeren Schwergewitterlage im Sommer erreicht.

06:18: Dass die Schadenssumme steigt, liegt am steigenden Wert der versicherten Güter, aber auch daran, dass etwa Wintergärten und Gewächshäuser sehr beliebt sind. Davon bereinigt auf eine Zunahme an Hagelereignissen zu schließen, ist schwierig.

07:20: Die Schwäbische Alb zählt  statistisch gesehen zu den Regionen, wo am häufigsten Hagel und Großhagel auftreten. Hier strömt feuchtwarme Mittelmeerluft von Südwesten heran, die einen sehr hohen Flüssigwassergehalt aufweist. Dieser ist für extrem großen Hagel Voraussetzung. Da die Albfläche höher gelegen ist als etwa das Norddeutsche Tiefland, schmilzt der Hagel auf dem Weg von der Gewitterwolke zum Erdboden nicht so stark ab und erreicht mit größerem Durchmesser als in tiefergelegenen Regionen die Oberfläche.  Je nördlicher, desto absolut trockener ist im Durchschnitt die Luftmasse, das gilt auch für das Hochgebirge. Ausschließen kann man großen Hagel aber nirgends.

Auch in Deutschland sind Tornados längst keine Seltenheit mehr (9:02)

s.o. , die Europäische Unwetterdatenbank (ESWD) belegt, dass Tornados seit dem frühen Mittelalter beobachtet wurden.

12:45 Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des DWD, stellt endlich klar, dass „Deutschland auch ein Tornadoland“ sei.

Ob der (Wind) sich zu einem Tornado verstärkt, können sie noch nicht abschätzen (13:53)

Ein kalter Ausfluss aus einem Gewitter wird nicht einfach so zum Tornado, der Tornado ist ein abgegrenztes Gebilde innerhalb eines Gewitters. Zwar in unterschiedlichen Formen, aber eben nicht so einfach wie hier gesagt.

14:27 So, jetzt wird mal eben suggeriert, dass Hurrikans Tornados sind.

Mit einem solchen Wirbelsturm rechnen Marco und Benjamin heute zwar nicht (15:44)

Und erneut werden Hurrikane und Tornados in einen Topf geworfen.

19:30 Das Klischée der Fachidioten (seufz). Auch Meteorologen setzen nicht blindlings auf „Super-Computer“, Intuition ist immer mit dabei. Synoptisch gewürztes Bauchgefühl, wie man auch sagt.

Ein riesiges Tiefdruckgebiet entsteht vor Schottland. Kalte Polarluft zieht nach Europa und trifft auf warme Meeresströmungen aus dem Golf von Mexiko (21:10)

Öhmmm … nein:

tief

Quelle: maps-for-free.com

Der Landwirt sagt für die erste Testwoche milde Temperaturen […] (21:26)

Bezugsort? Das ist zudem keine Langfristprognose. Es kann nicht einmal nachvollzogen werden, welche Wetterlage geherrscht hat. Der Zuseher wird im Unklaren gelassen.

25:11 Alles klar, seine Fehlprognose liegt am Klimawandel. Böse Zwetschgen.

Doch dieses Mal waren die Bienchen wohl etwas vorschnell (26:17)

Weil phänologische Beobachtungen nur den Ist-Zustand zeigen, keine Prognose?

Wer hätte etwa angesichts des Wintereinbruchs Ende November geglaubt, dass dies die letzte schneereiche Phase im gesamten Winter 13/14 bleiben würde?

28:22 Ja eh, Bauernregeln schlagen Super-Computer bei einer Prognose ohne Bezugsort.

Ich habe mir die Sendung die vollen 28 Minuten geben, aber schon nach 36 Sekunden war klar, dass dies keine seriöse Dokumentation werden würde. Vom Niveau her eher bei Boulevardsendungen angesiedelt. Mehr als beschämend, wenn deutsche Bürger dafür eine Haushaltsabgabe abdrücken müssen.