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Alle bekloppt geworden?

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Altocumulus mammatus und lenticularis, 19. Dezember 2019 am Alpenostrand

Die polarisierte Gesellschaft, in der wir heute leben, ist phasenweise schwer zu ertragen. Ich bin studierter Meteorologe mit Vertiefung auf die Wettervorhersage. Entsprechend war Klimatologie nur ein Teilgebiet meines Studiums. Natürlich interessierte es mich trotzdem und wenn man größere Zusammenhänge von Wetterphänomenen wie Tornados, Hurrikans und Extremereignisse wie Hitze, Dürre sowie langfristige Trends wie Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg verstehen will, kommt man um Klimatologie nicht herum. Im Jahr 2007 war gerade der IPCC-Report in aller Munde, ich hielt daraus einen Seminarvortrag über Tornados, der in meinen Augen das Risiko einer Zunahme überdramatisierte. Dieser Meinung bin ich auch noch heute. Ebenfalls gab es damals einen Artikel über Hurrikane, mit unklarer Schlussfolgerung, zu kurze Erfassungsreihe für klimatologische Aussagen, keine klare Zunahme erkennbar. Heute wissen wir, dass die Anzahl zwar weiterhin hochvariabel ist, aber die Intensität hat in Einzelfällen (z.b. DORIAN) zugenommen. Grund dafür ist der treibende Motor für starke bis verheerende Hurrikane: Die Erwärmung der Ozeane. Diese bewirkt außerdem, dass langsam ziehende Tropenstürme (z.b. HARVEY) größere Niederschlagsmengen abladen als vor der Erwärmung, weil wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Weiterlesen →

Der Klimahype geht nicht vorüber

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Alpen-Margerite (Leucanthemopsis alpina) am Saykogel (3355m) – neuer Höhenrekord für diese Pflanzenart? – Juli 2018 (#picbyme)

Der regelrechte Hass, der Greta Thunberg, der FridayforFuture-Bewegung und den Grünen entgegengebracht wird, entsteht durch die Konfrontation mit den Privilegien, mit denen unser Planet zerstört wird. Es ist selbstverständlich ein Auto zu besitzen und zu so oft wie möglich zu fahren. Es ist selbstverständlich (in Deutschland), auf der Überholspur ohne Tempolimit rasen zu können. Es ist selbstverständlich, einen SUV zu kaufen, weil er so bequem ist, und nicht, weil man in der Stadt so ein Auto unbedingt bräuchte. Es ist selbstverständlich, billig in die weite Welt fliegen zu können. Für 20 Euro innerhalb Europa, so günstig ist kein Zugticket, nicht einmal ein Regionalticket. Vielleicht drei Monate im voraus. Es ist selbstverständlich, Kleidung zu erwerben und Lebensmittel zu konsumieren, die in Drittländern hergestellt und durch die halbe Welt ressourcenfressend zu uns geschifft werden, meist durch Ausbeutung und moderne Sklaverei von Niedriglohnempfängern bis hin zu Kinderarbeit. Den Entwicklungsländern und Schwellenländern dürfen wir Fortschritt nicht zugestehen, denn wenn deren Lebensqualität und Löhne steigen, wird unser Konsum teurer. Wir müssen, um die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen, sogar mehr tun, damit die wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungs- und Schwellenländer nicht gebremst wird. Wir dürfen aber nicht gar nicht zulassen, dass ärmere Länder mit sukzessiver Anpassung an westliche Verhältnisse den gleichen Fehler begehen wie wir und doch steuern wir genau dahin, wenn wir unseren Luxus wie ein Statussymbol vor uns hertragen und uns nicht dafür schämen, wenn wir jährlich Tonnen an Lebensmitteln wegwerfen, wenn wir Wochenendflüge machen, um anderswo einzukaufen, für materiellen Schrott, den wir in unserer Wohnung anhäufen, weil wir glauben, darauf käme es an. Natürlich wollen auch viele Millionen ärmere Menschen den gleichen verschwenderischen Lebensstil führen wie der reiche Westen, statt einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, der Generationen voraus denkt. Das kann man aber nicht von denen verlangen, die bisher nie eine Chance hatten, einen Lebensstil mit mehr Lebensqualität zu führen. Es heißt auch so oft, FridaysforFuture denkt zu einseitig, die soziale Frage müsse mitberücksichtigt werden, doch ist das Aufgabe der Politik, dazu gibt es Volksvertreter in den Parlamenten, und weiß Gott genügend kluge Köpfe, die beides berücksichtigen können – technologischer Fortschritt und sozial gerechte Verteilung. Der politische Wille fehlt, die Sesselkleberei ist wichtiger. Weiterlesen →