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Hurrikan Lorenzo rast auf Europa zu?

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Hurrikan LORENZO am 30.September 2019 südwestlich der Azoren, Quelle: Kachelmannwetter

Hurrikan LORENZO tourt durch die Medien als Rekord-Hurrikan. Nicht zu Unrecht. Noch nie seit Beginn der Satellitenära wurde ein so starker Hurrikan (Cat.5) und gleichzeitig ein so niedriger Kerndruck (929mb) östlich von 50°W registriert. LORENZO erreichte Stärke 5 auf 45°W und brach dem alten Rekord von Hurrikan HUGO (1989) mit 54,6°W. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags hat sich LORENZO deutlich auf Stärke 2 abgeschwächt (962mb Kerndruck), hält aber weiter Kurs auf die Azoren. Nach allen Modellen wird LORENZO in Hurrikanstärke über die Azoren hinwegfegen. Dabei sind Spitzenböen über 200 km/h möglich. Bislang erreichte der stärkste Hurrikan auf den Azoren maximal 168 km/h (Nr. 8 am 26. September 1926).

In den Medien wird die Auswirkung von Hurrikan LORENZO allerdings etwas zu dick aufgetragen. Ja, die Azoren gehören zu Europa. Nein, Lorenzo bedroht nicht ganz Europa. Genau das suggerieren aber zahlreiche Zeitungsberichte. Zum Abschluss meiner Presseschau folgt ein Positivbeispiel. Weiterlesen →

Binsenweisheiten

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Zufuhr afrikanischer Heißluft (inklusive Saharastaub) direkt nach Mitteleuropa (Quelle: wetterzentrale.de)

Der KURIER-Redakteur hat da etwas sehr vereinfacht zusammengefasst …

„Grund für die momentan extreme Hitze ist die warme Luft im östlichen Alpenland.“

Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/hitze-noch-nie-wurde-im-sommer-in-wien-so-viel-strom-verbraucht/400535701 (abgerufen am 27.06.19)

Im nächsten Satz klingt das schon besser, kein Wunder, es ist ein direktes Zitat und nicht irgendetwas, was ein Redakteur sich zusammenfabuliert hat.

„Der Wind bringt die warme Luft aus den Bergen in die Städte, wo der Beton diese bis in die Nacht hinein speichert“, erklärt UBIMET-Meteorologe […]

Die heiße Luft wird eigentlich aus Afrika über den Mittelmeerraum bis in den Alpenraum geführt. Die Alpen fungieren wie eine erhöhte Heizplatte und verstärken die Hitze noch. Mit der starken Sonneneinstrahlung Ende Juni wird die Heißluft bis zum Boden herabgemischt. Die sich entwickelnden Talwindsysteme und lokale Föhneffekte können die Heißluftzufuhr noch verstärken.

Der Satz oben ist natürlich Schmafu. Richtig hätte er lauten müssen:

Grund für die momentan extreme Hitze ist eine ausgeprägte Südwestlage mit einem kräftigem Hoch über dem Mittelmeerraum und Mitteleuropa, mit der extrem heiße Luft nordafrikanischen Ursprungs bis in den Alpenraum gelangen kann.