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Selbsthilfe und Hobby auf mehreren Blogs verteilt.

Hochwasser und Italientiefs: Fundierte Erklärungen fehlen

Venedig

Der Pegelstand lag mit 187cm nur 7cm unter dem Stand vom 4.11.1966. Insgesamt sind seit Bau des Markusdoms in Venedig nur fünf Hochwässer bekannt, die höher waren, die dritte Flut erreichte vergangenen Freitag nochmals 154cm. Für Acqua Alta muss eine kräftige Südostströmung das Wasser in die Bucht hineindrücken. Der Meeresspiegel steigt vor allem wegen der schmelzenden Polkappen und weil die Ozeane generell wärmer werden. Wärmeres Wasser dehnt sich stärker aus, auch dadurch steigt der Meeresspiegel an. Für den Fall, dass eine kräftige Südostströmung (Scirocco) vorherrscht, fällt das Hochwasser also tendenziell infolge der Klimaerwärmung stärker aus als früher. Nun gibt es aber auch kritische Stimmen, die sagen, dass das Rekordhochwasser in Venedig hausgemacht sei, etwa Petra Reski. Die Lagune wurde für Öltanker und Kreuzfahrtschaffe ausgebaggert, seitdem dringt das Wasser schneller und stärker in Venedig ein. Zudem sinkt Venedig sukzessive ab, weil das Grundwasser abgepumpt wird. Die Hochwasserschleuse MOSE wird seit 13 Jahren gebaut und ist noch nicht fertig, die Schleusentore sind bereits verrottet.

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Focus über Pablo: Fachlich top geschrieben!

Die Kategorie „Positivbeispiel“ wird bei mir selten befüllt, hier ist sie angebracht.

Der Artikel von „Focus online“ ist sachlich korrekt: https://www.focus.de/wissen/natur/meteorologie/ploetzlich-war-hurrikan-pablo-da-erstmals-in-der-geschichte-rekord-hurrikan-bildet-sich-vor-europa_id_11281944.html

Da gibt es nichts hinzuzufügen oder zu bemängeln. Anders ist es leider bei der verlinkten Unterscheidung von Tornado versus Hurrikan.

Ein Tornado entsteht immer über Land. Er bildet sich aus einer großen Gewitterwolke heraus und bildet dann eine trichterförmige Säule zum Boden, welche rasend schnell rotiert.

Ein Tornado entsteht natürlich auch über dem Wasser, dann Wasserhose genannt. Zudem ist es mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass sich die Rotation vom Boden zur Wolke hinaufarbeitet und nicht umgekehrt.

 

  • Ein Hurricane kann sich zwischen 160 und 1600 Kilometer weit spannen und ist somit deutlich größer als ein Tornado.

  • In der Mitte eines Tornados befindet sich das sogenannte Auge des Sturms. Hier herrscht absolute Windstille.

  • Wenn der Hurricane auf Land trifft, bringt er oft große Wassermassen und schweren Regen mit sich.

Schlampig geschrieben, es sollte natürlich Hurrikan heißen und nicht Tornado.

 

Hurrikan PABLO – noch nie soweit östlich!

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EUMETSAT RGB – 27-10-2019, 08:15 MEZ –
Quelle: https://eumetview.eumetsat.int/mapviewer/

Wieder ein Beispiel dafür, dass für die Bildung eines Tropensturms auch kaltes Ozeanwasser ausreicht. Um 8.15 MEZ hatte es 20°C Wasseroberflächentemperatur und ein deutlich sichtbares Auge von Tropensturm PABLO in den Satellitenbildern. Das kräftige Tief am linken Bildrand wird sich noch zum ausgedehnten Sturmwirbel verstärken und Ex-PABLO am Montagabend einfangen. Spätestens dann verliert PABLO seine tropischen Eigenschaften. Richtung europäisches Festland zieht PABLO aber nicht, sondern bleibt ein Fischsturm. Weiterlesen →

Hurrikan Lorenzo rast auf Europa zu?

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Hurrikan LORENZO am 30.September 2019 südwestlich der Azoren, Quelle: Kachelmannwetter

Hurrikan LORENZO tourt durch die Medien als Rekord-Hurrikan. Nicht zu Unrecht. Noch nie seit Beginn der Satellitenära wurde ein so starker Hurrikan (Cat.5) und gleichzeitig ein so niedriger Kerndruck (929mb) östlich von 50°W registriert. LORENZO erreichte Stärke 5 auf 45°W und brach dem alten Rekord von Hurrikan HUGO (1989) mit 54,6°W. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags hat sich LORENZO deutlich auf Stärke 2 abgeschwächt (962mb Kerndruck), hält aber weiter Kurs auf die Azoren. Nach allen Modellen wird LORENZO in Hurrikanstärke über die Azoren hinwegfegen. Dabei sind Spitzenböen über 200 km/h möglich. Bislang erreichte der stärkste Hurrikan auf den Azoren maximal 168 km/h (Nr. 8 am 26. September 1926).

In den Medien wird die Auswirkung von Hurrikan LORENZO allerdings etwas zu dick aufgetragen. Ja, die Azoren gehören zu Europa. Nein, Lorenzo bedroht nicht ganz Europa. Genau das suggerieren aber zahlreiche Zeitungsberichte. Zum Abschluss meiner Presseschau folgt ein Positivbeispiel. Weiterlesen →

Warum widersprechen sich Wetter-Apps so oft? (futurezone.at)

Leider kratzt dieser Artikel (abgerufen am 27.09.19, 19.48) nur an der Oberfläche der Frage, welchen Nutzen Wetter-Apps für den Normalverbraucher haben. Die meisten App-Anbieter nutzen das kostenlose GFS-Modell aus den USA, während besser aufgelöste europäische EZWMF-Modell kostenpflichtig ist, was sich viele werbefinanzierten Anbieter nicht leisten können.

Als Nachteile von GFS werden genannt:

Der Nachteil: Es ist auf US-amerikanische Bedürfnisse zugeschnitten, also weite Landschaften mit weitgehend gleichen Wetterbedingungen.

Das Problem dieser Vereinfachung: Die Modellauflösung ist nicht alles, es hängt vor allem davon ab, was und wo es vorhergesagt wird, sowie auch für welchen Zeitraum. Ich arbeite im beruflichen Kontext seit über 9 Jahren neben zahlreichen anderen Modellen auch mit dem amerikanischen Wettermodell. Kleinräumige Schauer- und Gewitterniederschläge werden im kostenpflichtigen EZMWF-Modell nicht zwingend besser aufgelöst als im GFS-Modell. In den Alpen mit seinen steilen, engen Tälern haben alle Modelle Probleme mit punktgenauen Temperaturvorhersagen, insbesondere wird wird die nächtliche Abkühlung bzw. tageszeitliche Erwärmung oft nicht richtig modelliert. Eine zufriedenstellende App für hügeliges bzw. alpines Terrain gibt es meines Wissens nicht.

Was ganz an den Anfang des Artikels gehört hätte: Wetter-Apps liefern Interpolationen für Punkte (Ortseingabe oder PLZ). Jedes Wettermodell hat ein Gitterpunktsnetz mit bestimmten Abständen. Schauer- und Gewitterzellen rutschen da normalerweise durch und werden gar nicht aufgelöst. Weiterlesen →