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Hochwasser und Italientiefs: Fundierte Erklärungen fehlen

Venedig

Der Pegelstand lag mit 187cm nur 7cm unter dem Stand vom 4.11.1966. Insgesamt sind seit Bau des Markusdoms in Venedig nur fünf Hochwässer bekannt, die höher waren, die dritte Flut erreichte vergangenen Freitag nochmals 154cm. Für Acqua Alta muss eine kräftige Südostströmung das Wasser in die Bucht hineindrücken. Der Meeresspiegel steigt vor allem wegen der schmelzenden Polkappen und weil die Ozeane generell wärmer werden. Wärmeres Wasser dehnt sich stärker aus, auch dadurch steigt der Meeresspiegel an. Für den Fall, dass eine kräftige Südostströmung (Scirocco) vorherrscht, fällt das Hochwasser also tendenziell infolge der Klimaerwärmung stärker aus als früher. Nun gibt es aber auch kritische Stimmen, die sagen, dass das Rekordhochwasser in Venedig hausgemacht sei, etwa Petra Reski. Die Lagune wurde für Öltanker und Kreuzfahrtschaffe ausgebaggert, seitdem dringt das Wasser schneller und stärker in Venedig ein. Zudem sinkt Venedig sukzessive ab, weil das Grundwasser abgepumpt wird. Die Hochwasserschleuse MOSE wird seit 13 Jahren gebaut und ist noch nicht fertig, die Schleusentore sind bereits verrottet.

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30.4.19: Tornados in Rumänien so ungewöhnlich?

Ein Tornado hat gestern im Osten von Rumänien einen Reisebus erfasst und Dutzende Meter durch die Luft gewirbelt, ehe er auf ein Feld krachte. Von den 40 Insassen wurden dabei mindestens zwölf verletzt, vier von ihnen schwer, berichteten Medien.

Der Tornado verfehlte anschließend knapp das Dorf Dragalina, deckte jedoch laut Medienberichten einige Dächer ab und entwurzelte Bäume. Angesichts dieses für Rumänien ungewöhnlichen Wetterphänomens warnten Meteorologen vor möglichen weiteren Windhosen, vor allem in der Tiefebene.

 

abgerufen am 01.05.2019, 12.23 MESZ

Dazu gibt es eine Studie von Antonescu & Bell (2014), die die Tornadohäufigkeit zwischen den Jahren 1822 und 2013 untersucht hat. Zwischen 1822 und 1944 wurden 33 Tornados registriert, zwischen 1945 und 1989 nur 7, von 1990 bis 2013 immerhin 89 Tornados. Die meisten traten zwischen Mai (36 Fälle) und Juli auf, am häufigsten im Osten des Landes mit Schwerpunkt Südosten.

Der kürzliche Tornado ereignete sich im Südosten von Rumänien. Weiterlesen →

11. Jahrestag von Orkan „Paula“

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Bodendruck und Luftmassen (grün warm, blau kalt) am 25. und 27.01.2008 jeweils am Mittag.

Vor genau elf Jahren brauste ein Orkan über die Wälder von Teilen Niederösterreichs, der Steiermark und Kärntens und veränderte deren Antlitz dauerhaft. Über sechs Millionen Festmeter Holz (rund 0,6% vom gesamten Bestand in Österreich) wurden nach Schätzungen geschlagen – zum Vergleich, der Föhnorkan Ende Oktober 2018 forderte in Kärnten eine Million. Forstexperten sprachen von den schwersten Waldschäden seit dem Zweiten Weltkrieg. Zudem waren vorübergehend über 100 000 Haushalte ohne Strom, alleine in der Steiermark waren 750 Stromleitungen unterbrochen, über 4500 Feuerwehren im Einsatz. Versicherungsschäden in der Höhe von 90 Millionen Euro wurden registriert. Während der Sturm selbst mit 20 Verletzten vergleichsweise glimpflich abzog, sorgten die Aufräumungsarbeiten für viele Todesopfer und Schwerverletzte. Entgegen Medienberichten wie im ORF oder in der Ausgabe der „Presse“-Zeitung vom 28. Jänner 2008 handelte es sich weder um ein Sturmtief noch um eines mit dem Namen „Paula“, wie etwa in den Nachrichten und in Feuerwehrkreisen immer wieder zu hören war. Auch zog es nicht von der Ukraine über Polen nach Westen, sondern es handelte sich um eine viel kleinräumigere Störung zwei Tage nach dem Durchzug von PAULA. Das ist in Punkto Ursachenforschung deshalb so wichtig, weil sich dadurch ein Vergleich von PAULA mit Orkan KYRILL (18.01.2007) oder EMMA (01.03.2008) oder auch HERWART (23.10.2017) nicht ziehen lässt, das sind Äpfel und Birnen! Weiterlesen →

Leslie: Hurrikan oder normales Sturmtief?

Wenige Tage nach einem verheerenden Unwetter auf Mallorca warnen Meteorologen und Meteorologinnen vor einem heftigen Sturm in Portugal und Spanien. Der Hurrikan „Leslie“ steuere vom Atlantik auf die Länder zu und werde heute Abend auf Land treffen, teilte das portugiesische Meeresinstitut IPMA mit. Medienberichten zufolge sollen unter anderem die Regionen um die Hauptstadt Lissabon und Coimbra betroffen sein.

Von dort werde der Sturm voraussichtlich nach Spanien weiterziehen, sagten Expertinnen und Experten im Sender Canal 24 Horas. Es wird zwar erwartet, dass sich der Hurrikan in den nächsten Stunden zu einem tropischen Wirbelsturm abschwächt – dennoch warnte das National Hurricane Center vor Orkanböen und Sturzfluten.

Quelle: orf.at (abgerufen am 13.10.18, 20.54 MESZ)

Das ist so nicht korrekt. In allen Prognosen sollte „Leslie“ die Iberische Halbinsel als außertropisches Sturmtief erreichen. Weiterlesen →

Orkanartige Sturmböen

sturm-symbolAktuelle Meldung auf orf.at, abgerufen am 23.09.2018, 15.25 MESZ

Sturmwarnung für die Nacht

Für die Nacht auf Montag werden orkanartige Sturmböen mit 80 bis 100 km/h für ganz Österreich erwartet. […]

  • Beaufort 9: Sturm (75 bis 88 km/h)
  • Beaufort 10: schwerer Sturm (89 bis 102 km/h)
  • Beaufort 11: orkanartiger Sturm (103 bis 117 km/h)

Korrekt müsste die ORF-Zeile also lauten: „werden teils schwere Sturmböen für ganz Österreich erwartet“, weil 100 km/h noch nicht orkanartiger Sturm implizieren.

Deutsche in Österreich bzw. deutsche Touristen sind eventuell irritiert, weil das von den Windgeschwindigkeiten her nicht zusammenpasst. Tatsächlich ist die Beaufortskala in österreichischen Wettervorhersagen nahezu nicht in Verwendung, sondern stattdessen stark subjektiv gefärbte Windangaben wie „lebhaft“ und „kräftig“.

Folglich decken jene Adjektive, die sonst in der Beaufortskala vorkommen, wie „mäßig“ (Bft 4, 20-28 km/h), „stark“ (Bft 6, 39-49 km/h), „stürmisch“ (Bft 8, 62-74 km/h) sowie „Sturm“ (Bft 9, 75-88 km/h), orkanartig (Bft 11, 103-117 km/h) und Orkan (Bft 12, ab 118 km/h) viel weiter gefasste Windgeschwindigkeitsbereiche ab als in der Beaufortskala definiert.

Als Grund mag man einwenden, dass die Beaufortskala ursprünglich für die See entwickelt wurde und dass in Deutschland über viel größere Flächen einheitliche Windgeschwindigkeiten herrschen als im alpin zergliederten Österreich.

So sind Unterkärnten, die südöstliche Steiermark und das Südburgenland österreichweit klimatologisch den schwächsten Wind zu bieten. 40-50km/h („stark“) werden dort schon als stürmisch empfunden. Im Wiener Becken sind 50-60 km/h („steif“) bei Südostwind (Südföhnlage) lebhaft, 70-80km/h („Sturm“) bei Nordwest übern Wienerwald stürmisch. Ähnliche Differenzen zwischen Wahrnehmung und Beaufort-Definition findet man auch in anderen Regionen. Weil es keine offiziellen Schwellenwerte gibt, hängt es auch noch vom Vorhersager ab, welches Adjektiv zum Einsatz kommt.

Wie Schon Karl Farkas (1893-1971), österreichischer Kabarettist, zu sagen pflegte:

Was Österreicher von Deutschen trennt, ist die gleiche Sprache.