Archiv der Kategorie: Allgemein

Das unvorhersehbare Wetterphänomen

Wetterereignis legte Staßenbahnen lahm

Nichts ging mehr Dienstagfrüh bei einigen Straßenbahnlinien in Graz. Durch ein unvorhersehbares Wettereignis sei es zu vereisten Oberleitungen gekommen, heißt es seitens der Holding Graz. Verspätungen bei den Linien 1, 4 und 6 waren die Folge.

Ein unvorhersehbares Wetterphänomen sei daran Schuld gewesen, sagt der Sprecher der Holding Graz, Gerald Zaczek-Pichler: „Gestern Abend gab es noch Regen bei Plusgraden. In den frühen Morgenstunden, um vier halb fünf hat es angezogen, die Oberleitungen sind gefroren, dann haben wir dieses Problem gehabt. Normalerweise ist es kein Problem, weil wir da vorsorgen im Winter – aber diesmal ist alles zusammengekommen.“

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„Im Winter, also wenn es schneit bei Plusgraden oder knapp über Null und dann in der Nacht gefriert – wir wissen das meteorologisch – dann fahren wir mit Fahrzeugen durch, dass die Oberleitungen nicht gefrieren und dann haben wir dieses Problem nicht oder sehr selten“, so Zaczek-Pichler – die letzte Nacht sei wettertechnisch also eine Ausnahmesituation gewesen.

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Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3025525/

Die Begründung für die Ausfälle muss selbst dem, der die Aussage hier tätigt, hohl vorkommen. Es hat abends durch das vorbeistreifende Adriatief geregnet, nach Mitternacht klarte der Himmel auf, die Temperatur sank in den Frostbereich. Das ist identisch mit Schneefall bei Plusgraden, wenn der feste Niederschlag logischerweise nicht liegenbleibt, sondern schmilzt und später anfriert. Mehr fällt mir dazu ehrlich gesagt gar nicht ein.

Sublimation, Schmelzen und Tauen

Gleitschneelawinen

Südflanken des Faistenauer Schafbergs (1559m), auf den Wiesen sind mächtige Anrisse zu erkennen, die bei fortschreitender Erwärmung in der Sonne zu mächtigen Nass-Schneelawinen führen können.

„eine geringe Luftfeuchtigkeit lässt in den Bergen den Schnee auch bei Plusgraden nur langsam schmelzen“

(Ö1-Mittagjournal Wetter, gehört am 16.02.2019)

Natürlich ist das mit der relativen Luftfeuchte sehr anschaulich, aber strenggenommen ist es die Erklärung so nur halbrichtig. Denn es macht einen großen Unterschied für die Art der Schneedeckenreduktion, wie hoch die Plusgrade dabei sind. In der Meteorologie unterscheidet man dabei zwischen tauen, schmelzen und sublimieren. Weiterlesen →

11. Jahrestag von Orkan „Paula“

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Bodendruck und Luftmassen (grün warm, blau kalt) am 25. und 27.01.2008 jeweils am Mittag.

Vor genau elf Jahren brauste ein Orkan über die Wälder von Teilen Niederösterreichs, der Steiermark und Kärntens und veränderte deren Antlitz dauerhaft. Über sechs Millionen Festmeter Holz (rund 0,6% vom gesamten Bestand in Österreich) wurden nach Schätzungen geschlagen – zum Vergleich, der Föhnorkan Ende Oktober 2018 forderte in Kärnten eine Million. Forstexperten sprachen von den schwersten Waldschäden seit dem Zweiten Weltkrieg. Zudem waren vorübergehend über 100 000 Haushalte ohne Strom, alleine in der Steiermark waren 750 Stromleitungen unterbrochen, über 4500 Feuerwehren im Einsatz. Versicherungsschäden in der Höhe von 90 Millionen Euro wurden registriert. Während der Sturm selbst mit 20 Verletzten vergleichsweise glimpflich abzog, sorgten die Aufräumungsarbeiten für viele Todesopfer und Schwerverletzte. Entgegen Medienberichten wie im ORF oder in der Ausgabe der „Presse“-Zeitung vom 28. Jänner 2008 handelte es sich weder um ein Sturmtief noch um eines mit dem Namen „Paula“, wie etwa in den Nachrichten und in Feuerwehrkreisen immer wieder zu hören war. Auch zog es nicht von der Ukraine über Polen nach Westen, sondern es handelte sich um eine viel kleinräumigere Störung zwei Tage nach dem Durchzug von PAULA. Das ist in Punkto Ursachenforschung deshalb so wichtig, weil sich dadurch ein Vergleich von PAULA mit Orkan KYRILL (18.01.2007) oder EMMA (01.03.2008) oder auch HERWART (23.10.2017) nicht ziehen lässt, das sind Äpfel und Birnen! Weiterlesen →

Klimakrise? Schneemassen in den Nordalpen: Eine Einordnung.

Die sich abzeichnende vierte Nordstaulage (2-3.1., 5.-6.1., 8.-10.1. und nun 13-14.1.)  innerhalb von nur zwei Wochen sorgt für zunehmenden Diskussions- und Handlungsbedarf. An der Alpensüdseite hingegen herrschen bis rund 1500m hinauf teilweise apere Verhältnisse. Das letzte markante Niederschlagsereignis war hier die extreme Südstaulage Ende Oktober 2018. Mir persönlich missfällt der Begriff Klimakrise. Vielleicht, weil ich den Begriff Krise selbst schon nicht mehr hören kann. Die Wirtschaftskrise, die Flüchtlingskrise, die Klimakrise. Letztere geht nicht einfach vorüber und man kann die Schuld auch nicht so einfach abschieben an andere, man kann den Handlungsbedarf auch nicht anderen umhängen. Weiterlesen →

161 Liter pro Quadratmeter in Graz: Ursachenforschung

So einen Regen hat Graz im April noch nie gesehen: In Graz-Gries steht eine Messstation des Wasserwirtschaftsamts Steiermark, die laut ZAMG eine unglaubliche Summe von 161 Litern pro Quadratmeter (innerhalb von rund 3 Stunden) aufgefangen hat. Starke Überflutungen bis hin zur Unterspülung von Häuserfundamenten waren vorprogrammiert (siehe Bericht ORF, abgerufe am 18.04.18).

Die Erklärung für das 100-jährliche Ereignis empfinde ich als mundgerecht für den Durchschnittsleser, geht aber meines Erachtens an der wahren Ursache vorbei.

Schuld an dem Regen war ein Adria-Tief, das von Süden her bis in den Raum Graz zog. Während sich normalerweise solche Wolken friedlich ausregnen, türmten sich am Dienstag die Gewitterwolken auf – schuld daran sei die Sonne gewesen, so Albert Sudy von der ZAMG: „Heftige Gewitter sind immer dann zu erwarten, wenn labile Luftmassen daherkommen und diese dann gehoben werden – einerseits durch Sonneneinstrahlung, das sind die Wärmegewitter, andererseits können sie auch gehoben werden durch Fronten, wenn beispielsweise Kaltfronten hereinkommen. Und im Gebirge kann es auch noch verstärkt werden durch orografische Hebung, wenn diese Luftmassen an den Bergen zum Aufsteigen gezwungen werden.“

In der Kleinen Zeitung (abgerufen am 18.04.18) wurde Sudy etwas konkreter:

Doch dazu kam noch etwas: Die Gewitterfront blieb über Graz stehen. Sudy vermutet, dass der lokal erzeugte Abwind dazu führte, dass die Zugrichtung nach Norden aufgehalten wurde und die riesigen Gewitterzellen über der Stadt verblieben. Und dann: „Ein Sonnenstrahl war der Zündfunke“, sagt Sudy.

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